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In 80 Fettnäpfchen um die Welt

Geschrieben am 07. 04. 2014 von Birgit Warnhold

Tempel Thailand In 80 Fettnäpfchen um die WeltEs gibt viele Möglichkeiten, etwas falsch zu machen. Dabei steigt die Zahl an Fettnäpfchen noch einmal rapide an, wenn man das eigene Terrain verlässt. Die Autorin Françoise Hauser ist Journalistin mit Reise- und Asien-Schwerpunkt und hat interkulturelle Stolperfallen ins Visier genommen. „In 80 Fettnäpfchen um die Welt“ heißt ihr gerade frisch erschienenes Taschenbuch; Untertitel: „Womit man sich im Ausland so richtig blamiert“.

Ein ergiebiges Terrain für Fettnäpfchen sind Handzeichen

Die Möglichkeiten zur Blamage sind nahezu unerschöpflich und beginnen weit vor den sprachlichen Verfehlungen. Das erste Fettnäpfchen-Terrain sind Handzeichen. Daumen hoch zum Beispiel bedeutet in Deutschland und den USA „Spitze“, „Top“, am Straßenrand erkennt man daran den Tramper, in anderen Ländern aber – Australien etwa – heißt das: Verpiss Dich! In Israel signalisieren Prostituierte am Straßenrand damit ihre Arbeitsbereitschaft.Fettnaepfchen In 80 Fettnäpfchen um die Welt

Auch Küssen ist vermintes Gelände. Was bei uns – Küsschen links, Küsschen rechts – irgendwie lässig wirkt, kann im arabischen Raum als Aufforderung zum Sex interpretiert werden. Wer deswegen schon mal irgendwo rausgeflogen ist – das könnte die Erklärung sein. Auch mit schlüpfrigen Witzen sollten Reisende sparsam umgehen. Die Zote rangiert im Zweifelsfall noch vor dem kolonialen Ausrutscher, so nach dem Motto: Schick hier in Deutsch-Südwestafrika. Eine kleine Schlitzaugen-Maskerade kann man sicher mal veranstalten – so wie Reiner Calmund und seine Frau (Foto unten) –, nur besser nicht in China. Vorsicht auch bei religiösen Fettnäpfchen: Wer sich in Thailand in einen Tempel setzt, sollte unbedingt darauf achten, dass seine Füße niemals Richtung Buddha zeigen (Foto oben).

Die Autorin legt auch eine Typologie des „Globetrottels“ vor

Neben den Fettnäpfchen, die die Autorin hier aufreiht, legt sie auch eine Typologie des „Globetrottels“ vor. Am besten gefällt mir der Gutmensch, der erst mal die entsprechenden Slums ansteuert, um sich mit den Menschen dort zu verbrüdern. Aber auch der Adaptionist, der einheimischer sein will als die Einheimischen, ist herrlich, genauso wie der Safari-Hut, der die Welt als ein einziges Abenteuer-Camp betrachtet – Tennissocke hochgezogen und dann los!

Dass das Buch viele komische Stellen hat, erklärt sich von selbst. Es ist aber auch launig geschrieben und liefert Tipps für Touristen und sicher auch für Geschäftsreisende, wie man Fettnäpfchen umgehen kann.

Françoise Hauser: In 80 Fettnäpfchen um die Welt. Womit man sich im Ausland so richtig blamiert. Piper, München. ISBN: 978-3-492-30368-2, 208 Seiten, 8,99 Euro. Als E-Book 7,49 Euro

Calmund In 80 Fettnäpfchen um die Welt

Berlin-Tipps mit Style

Geschrieben am 01. 04. 2014 von Birgit Warnhold

styleguide2 Berlin Tipps mit StyleEs gibt unendlich viele Berlin-Führer, die auf den touristischen Trampelpfaden der Stadt unterwegs sind. Nichts gegen Pergamonmuseum oder Reichstag, aber Insider-Tipps sind das nicht. Das werden sich auch Ellen Teschendorf und Petra Albert gesagt haben, von denen gerade der „styleguide Berlin“ erschienen ist. Die beiden Autorinnen haben darin originelle Shops, Restaurants, Cafés, Bars, Hotels und sonstige Plätze zusammengetragen, die auf unterschiedliche Arten ein bisschen stylisch sind. Ähnliches hat es zwar auch schon vorherstyleguide Berlin Berlin Tipps mit Style gegeben – zum Beispiel in dem Buch „111 Orte in Berlin, die man gesehen haben muss“ –, aber der „styleguide Berlin“ verfolgt ein anderes Konzept.

In dem Buch sind die einzelnen Berlin-Tipps zu Touren zusammengefügt. Für acht Bezirke – Charlottenburg, Tiergarten, Schöneberg, Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Kreuzberg und Neukölln – werden Spaziergänge empfohlen, die mit einem Frühstückstipp beginnen, an unterschiedlichen Shops, Cafés oder schönen Plätzen vorbeiführen und schließlich mit einem Hoteltipp enden.

„Superschlüpfer“ – Berlin-Tipps auch für Einheimische

Dass in dem Buch viele der Läden vorkommen, die das hippe Flair der Stadt mitprägen, macht den „styleguide“ auch für Berliner zu einer Fundgrube. „Superschlüpfer“ in Friedrichshain etwa kannte ich bisher genau so wenig wie das „Absinth-Depot“ in Mitte. Und dass das Buch viele Berlin-Tipps enthält, die ich gut nachvollziehen kann – den Mykita Shop zum Beispiel oder das Restaurant Schneeweiß, den Kreativausstatter Modulor, den Italiener Lavanderia Vecchia, 14 OZ. am Kudamm, die Astor Filmlounge oder die Legende Deko Behrendt – ist Vertrauen bildend.

In puncto Styling entspricht das Buch seinem Namen

Auch bei der Gestaltung hat man auf Originalität gesetzt – das Buch ist, wie es heißt: gestylt. Das Papier ist relativ schwer und gibt mit seinem Packpapierfarbton eine hübsche Spielwiese für Kreativität ab, gleichzeitig klingt die Geschichtsträchtigkeit der Stadt mit an. Dem Deckel ist das Netz von U- und S-Bahnen eingeprägt, das Moleskine-typische Gummiband signalisiert kulturellen Background und persönliche Note. Der „styleguide Berlin“ ist aufwendig gemacht, auch in dieser Hinsicht hebt er sich von anderen Berlin-Führern ab. Es ist ein Buch, das ich Freunden beim Berlin-Besuch in die Hand drücken würde. Die Fotos sind Beispiele für die Seitengestaltung. Und für alle, die wissen wollen, von wem das Zitat oben ist: Franz von Suppé, österreichischer Komponist.

Ellen Teschendorf, Petra Albert: styleguide Berlin. Eat – Shop – Love it. National Geographic Deutschland, Hamburg. 274 Seiten, 24,99 Euro
styleguide Berlin Tipps mit Style

Blühendes Norddeutschland: Garten gestalten als Passion

Geschrieben am 27. 03. 2014 von Birgit Warnhold

Kollmar Blühendes Norddeutschland: Garten gestalten als PassionEs fühlt sich an wie zu Hause: Die Plätze, die in dem Bildband „Die schönsten Gärten an Deutschlands Küsten“ präsentiert werden, scheinen bei aller Unterschiedlichkeit eine Art norddeutscher Signatur zu haben. Bei Nordlichtern wie mir schafft das sofort ein Gefühl von Vertrautheit, auch wenn unser Garten nicht halb so üppig war. Das Foto oben zum Beispiel zeigt ein kleines Paradies in Kollmar an der Elbe. Das Schönste an dem Bild ist für mich die spürbare Frische der frühen Morgenstunden, die einen schönen Sommertag verheißt und die es so nur im Norden gibt. Herrlich. Leider ist das Wetter nicht ganz so zuverlässig, aber das ist ein anderes Thema.

Der neue Band von Beate Schöttke-Penke (Text) und Christian Lehsten (Fotos) versammelt 25 Gärten an Nord- und Ostsee. Ganz wörtlich darf man den Titel Bildband Gaerten Blühendes Norddeutschland: Garten gestalten als Passionnicht nehmen, denn die hier präsentierten Orte liegen nicht alle direkt an der Küste, aber in Küstennähe. Es sind kleine Paradiese, die die Autoren für diesen Band aufgesucht haben, und ob der jeweilige Garten nun 1000 oder 10.000 Quadratmeter groß ist, so ist eins doch immer gleich: Die Menschen, die hier vorgestellt werden, sind mit Leib und Seele Gärtner. Garten gestalten als Passion.

Mit Sorgfalt ist auch der Band gemacht. Hier bekommt der Betrachter bzw. Leser nicht nur ein paar notwendige Informationen zum üppig ausgelegten Bilderteppich, hier gibt es Text. Beate Schöttke-Penke hat offenbar lange mit den Menschen gesprochen, die vom Garten gestalten erzählen, aber auch von ihrem Leben. So erfährt man Geschichten, und wer Anregungen für die eigene Gartengestaltung haben möchte, bekommt sie natürlich auch.

Ein Schiff wird kommen: Garten gestalten mit Aussicht

Wer möchte, kann auch selbst auf Entdeckungsreise gehen und sich die Gärten ansehen. Der Band enthält Informationen zu Öffnungszeiten und praktischerweise Kontakt-Telefonnummern. Dann kann man vielleicht auch mal vom Garten aus Schiffe gucken. Auf der Terrasse des Kanalhauses am Nord-Ostsee-Kanal zum Beispiel (Foto unten) gehört das zum Standardprogramm.

Beate Schöttke-Penke: Die schönsten Gärten an Deutschlands Küsten. Bezaubernde Refugien an Nord- und Ostsee entdecken. Mit Fotos von Christian Lehsten. DVA, München. 200 Seiten, 23 x 28 cm, ca. 220 Farbabbildungen, ISBN: 978-3-421-03889-0, 39,99 Euro
Nord Ostsee Kanal Blühendes Norddeutschland: Garten gestalten als Passion

Reiseführer Andalusien im Online-Stil

Geschrieben am 24. 03. 2014 von Birgit Warnhold

Hotel Claude Reiseführer Andalusien im Online Stil„Eine perfekte Woche in Andalusien“ verspricht der Reiseführer, den Smart Travelling und die Süddeutsche Zeitung jetzt herausgegeben haben. Der Band ist Teil einer Reihe, die nicht den Anspruch hat, eine Region in ihrer ganzen Breite abzubilden, sondern „die sehenswertesten Ausflugsziele, die empfehlenswertesten Restaurants und Cafés sowie die schönsten Hotels in allen Preiskategorien“ vorzustellen, wie es in der Pressemitteilung heißt. Dieser Reiseführer Andalusien wirft Schlaglichter auf besonders schöne Plätze.

Die Spots bringen einladende Orte ans Tageslicht. Dabei dominieren die – ausdrucksstarken – Bilder. Die Texte über Malaga, Granada und Co. fallen kurzPerfekte Woche Andalusien Reiseführer Andalusien im Online Stil aus, wobei die Handschrift der Süddeutschen Zeitung gewährleistet, dass die Porträts gut geschrieben sind. Das Online-Portal Smart Travelling wiederum transportiert seinen Best-of-Ansatz in den Printbereich, und das Ergebnis dieses Zusammenspiels ist ein Reiseführer Andalusien, dem man viele viel versprechende Tipps entnehmen kann: Andalusien auf dem Silbertablett und angepasst an die sich durch das Internet verändernden Sehgewohnheiten. Selbst eine Navigationsleiste gibt es hier, und ein Glossar versorgt die Leser mit Informationen zur Kultur und Kulinarik Andalusiens.

Wer gern schmökert, es liebt, sich in die Geschichte oder die Mentalität eines Landes zu vertiefen, und grundsätzlich lieber selbst auf Entdeckungsreise geht, wird mit diesem Reiseführer Andalusien vielleicht nicht so viel anfangen können. Wer sich aber gern von schönen Bildern inspirieren lässt, geschmackvolle Adressen schätzt und es liebt, einen Urlaubsplan auf dem Silbertablett serviert zu bekommen, könnte hier genau das finden, was der Titel verspricht: „Eine perfekte Woche in Andalusien“. Das Foto oben zeigt das Hotel Claude in Marbella, eine der empfohlenen Adressen und ein Haus mit Geschichte: Die Gattin von Napoleon III. soll hier gelebt haben.

Eine perfekte Woche in Andalusien. Süddeutsche Zeitung Edition. Klappenbroschur, 12,5 mal 18,5 cm, 240 Seiten, 16,90 Euro

Spannende Restaurants in Wien

Geschrieben am 19. 03. 2014 von Birgit Warnhold

Eis Greissler Spannende Restaurants in Wien Vor mir liegt ein neues Bändchen aus Österreich: „Vegan in Wien“. Ich gebe zu, der Funke springt nicht gleich über, denn die österreichische Küche bringt ein paar Leckereien hervor, die ich liebe und die definitiv nicht vegan sind: Das fängt beim Topfenpalatschinken an und hört beim Wiener Schnitzel noch nicht auf. Auch eine Melange mit Sojamilch kann ich mir nicht vorstellen. Genau genommen, kann ich mir Sojamilch überhaupt nicht vorstellen.

Die Autoren des Bandes kennen ihre Pappenheimer aber offenbar, denn schon in der Einleitung wird immer wieder betont, dass vegan nicht automatisch denVegan in Wien Spannende Restaurants in Wien Verzicht auf Genuss bedeute. Ich bin mit meinen Sorgen also nicht allein. Außerdem sind unter den Restaurants in Wien, die das Buch beschreibt, nicht nur ausschließlich vegane, sondern auch solche, die das nicht ganz so streng handhaben, aber unbedingt Bio-Qualität anbieten. Und so entpuppt sich dieser kleine Wiener Essensführer als spannender Band für Menschen, die gerne gesund und dabei lecker essen.

Gleichzeitig entsteht das Bild von Wien als einer jungen Stadt mit einer neuen Generation, deren Konzepte den alten K.-K.-Charme um eine frische Note bereichern. Das gilt nicht nur für neue Restaurants in Wien, sondern auch für Cafés und Bio-Läden. Darunter ist auch ein Eis-Geschäft, das ich mit Sicherheit ansteuern werde, wenn ich mal wieder nach Wien reise: Eis-Greissler (Foto) ist nicht nur auf moderne Art charmant gestaltet, sondern verspricht auch Eiskreationen aus erstklassiger Bio-Milch. Aus richtiger Milch.

Stadtbekannt (Hrsg.): Vegan in Wien. Holzbaumverlag, Wien. 128 Seiten, 10,5 x 14,8 cm, 9,99 Euro

Schönste Hotels der Welt

Geschrieben am 12. 03. 2014 von Birgit Warnhold

getaways Schönste Hotels der WeltJeder, der gern reist und schöne Hotels liebt, wird bei diesem Bildband zu träumen anfangen. Das ist vielleicht eine etwas kühne Behauptung, aber die zweibändige Ausgabe „100 Getaways rund um die Welt“, die der Taschen Verlag gerade herausgegeben hat, reiht schönste Hotels der Welt wie an einer Perlenkette auf.

Das fängt schon beim Cover an: Das eine zeigt das Qasr Al Sarab Desert Resort in Abu Dhabi, das auf beeindruckende Weise demonstriert, wie die Wüste lebt. Der Bildband Getaways Schönste Hotels der WeltName des Hotels bedeutet übersetzt „Palast der Fata Morgana“, und angesichts der Märchenwelt, die hier für den Luxus suchenden Reisenden errichtet wurde, ist das wohl nicht übertrieben. Das Foto oben links zeigt den Blick über den Pool auf die Wüste.

Für das Cover des zweiten Bandes wurde das Rayavadee Resort am Rande des Krabi National Marine Park im südlichen Thailand ausgewählt, das mit einer ganz anderen, aber ebenfalls faszinierenden Kulisse zum Träumen einlädt. Etwa 100 Pavillons wurden hier im Stil eines Thaidorfes inmitten von Kokospalmen errichtet.

Schönste Hotels der Welt von Argentinien bis Vietnam

Die beiden Bildbände im Coffeetable-Format sind alphabetisch geordnet und präsentieren in optischer Opulenz von Argentinien bis Vietnam schönste Hotels der Welt. Kurze Texte in Deutsch, Englisch und Französisch liefern eine Charakteristik der einzelnen Häuser. Darunter sind legendäre Namen wie die Villa Feltrinelli am Gardasee, aber auch Adressen wie das hippe Juvet Hotel in Norwegen. Zimmer mit Aussicht bietet in jedem Fall auch das Le Sirenuse an der Amalfiküste mit seinem herrlichen Blick auf Positano (Foto oben rechts). Und wer ein bisschen Western-Kulisse mag, ist im Amangiri-Resort im US-Bundesstaat Utah richtig aufgehoben (Foto unten).

Wer tatsächlich einen Aufenthalt in einem der Getaways plant, findet zu jedem Hotel eine Übersicht mit Zimmeranzahl, Preisen, Spezialitäten der Küche, Sport- und Entspannungsangeboten sowie dem „X-Faktor“, dem Besonderen, das manchmal den Ausschlag gibt, um wiederzukommen. Dafür findet man aber bei den meisten Hotels wahrscheinlich auch so Gründe genug. Und wer sich viele der Hotels nicht leisten kann – so wie ich – findet zumindest Anregungen für schöne Reiseziele. Und träumen kann er auch.

Margit J. Mayer (Hrsg.): 100 Getaways rund um die Welt. Taschen, Köln. Hardcover, 2 Bände im Schuber, 720 Seiten, 39,99 Euro

Amangiri Schönste Hotels der Welt

Kalifornien-Bilder zum Schwelgen

Geschrieben am 07. 03. 2014 von Birgit Warnhold

Highway1 Kalifornien Bilder zum SchwelgenIst es schöner, einen Bildband zu betrachten, bevor man irgendwo hin fährt oder nachdem man schon da war? Schürt man lieber die Reiselust oder belebt man die schöne Erinnerung? Was Kalifornien-Bilder angeht, trifft auf mich definitiv Letzteres zu, denn eine Reise in den Westen der USA steht für mich zurzeit nichtBildband Kalifornien Kalifornien Bilder zum Schwelgen an. Leider. Für mich ist Kalifornien eins der schönsten Reiseziele der Welt.

Viermal war ich dort, und jede dieser Reisen war ein Erlebnis. Was mich an Kalifornien vor allem beeindruckt, sind der Reichtum an atemberaubend schönen Landschaften und die mit ihnen verbundenen Naturerlebnisse. Der Highway 1 zum Beispiel fädelt die spektakulären Eindrücke wie an einer Perlenkette auf. Mit Sicherheit ist die California State Route 1, wie die Strecke offiziell heißt, eine der schönsten Küstenstraßen der Welt. Sie führt u.a. über eine Länge von etwa 100 Kilometern durch Big Sur (Foto oben), eine Landschaft südlich von Carmel, die so rauh wie imposant ist.

Mehr als 230 Kalifornien-Bilder zeigen die Schönheit des Landes

Der Stürtz Verlag hat gerade einen Band herausgegeben, der mit mehr als 230 Kalifornien-Bildern die Schönheit dieses amerikanischen Bundesstaats zeigt. Yosemite, Death Valley, Sequioa und Napa Valley markieren nur einige der landschaftlichen Sehenswürdigkeiten, auch die beiden Metropolen des Landes, San Francisco und Los Angeles, sind ausführlich dargestellt. Ein gutes Mittel, um die Erinnerung zu füttern – und die Reiselust zu schüren.

Christian Heeb (Fotos), Stefan Nink (Text): Kalifornien. Stürtz Horizont, Verlagshaus Würzburg. 160 Seiten, 233 Abb., Format 24 x 30 cm, 24,95 Euro

Jens Glüsing über Brasilien – lesenswertes Länderporträt

Geschrieben am 04. 03. 2014 von Birgit Warnhold

Rio de Janeiro Jens Glüsing über Brasilien – lesenswertes LänderporträtAm 7. März hat die ITB, die Internationale Tourismus Börse in Berlin, ihre Buch Awards 2014 verliehen. In der Kategorie „Die besondere Reiseführer-Reihe“ ging der Preis an den Christoph Links Verlag, und zwar für die „Länderporträts“ des Verlags, die mittlerweile 37 Titel umfassen. Ich habe mir – aus aktuellem Anlass – den Brasilien-Band angesehen und finde ihn sehr überzeugend.

„Ich wollte nie nach Brasilien” – ein guter Einstieg

Jens Glüsing lebt seit 1991 in Rio de Janeiro (Foto), er ist Lateinamerika-Korrespondent des „Spiegel“. Im Grunde überflüssig also zu betonen, dass er sich dort auskennt, aber man spürt es auch in jedem Satz. Das mit dem „Spüren“ meine ich wörtlich, denn Jens Glüsing schafft es, die sachlichen Informationen über Geschichte,Brasilien Buch Jens Glüsing über Brasilien – lesenswertes Länderporträt Kultur, Politik, Gesellschaft, Alltag und natürlich Fußball in einen persönlichen Erzählton zu verpacken. Das macht die Lektüre dieses informativen Länderporträts unterhaltsam. Die offensichtliche Liebe des Autors zu seiner nicht immer ganz unkomplizierten Wahlheimat verleiht dem Buch darüber hinaus eine sehr sympathische Note. Der erste Satz lautet übrigens: „Ich wollte nie nach Brasilien“. Ein guter Einstieg.

Jens Glüsing hat seinen Band in drei große Kapitel gegliedert: „Brasiliens Geschichte“, „Brasiliens Wirklichkeiten“ und „Brasilianischer Alltag“. Dank der Tatsache, dass der Autor das Land so gut kennt, kann er dabei zwischen Geschichte und Gegenwart jene Brücke schlagen, über die der Leser gern geht, weil sie die Darstellung so lebendig macht. Glüsing erzählt von der Sklaverei, die bis heute in die Gesellschaft ausstrahlt. Er zeichnet ein Bild zwischen Favelas und Wirtschaftswachstum, zwischen Urwald und Konsumgesellschaft, zwischen Korruption und Kulturnation.

Jens Glüsing zeichnet ein sehr differenziertes Bild des Landes

In diesem Jahr wird in Brasilien die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen, 2016 folgen die Olympischen Spiele. Als im Juni vergangenen Jahres Millionen Brasilianer auf die Straße gegangen sind, um gegen Korruption und für politische Reformen zu demonstrieren, wurde deutlich, dass im Land am Zuckerhut eine junge Generation mit einem neuen Selbstverständnis herangewachsen ist. Brasilien ist um Umbruch. Wer an einem differenzierten Bild dieses Landes interessiert ist, wird in dem Buch von Jens Glüsing fündig.

Jens Glüsing: Brasilien. Ein Länderporträt. Christoph Links Verlag, Berlin. 208 Seiten, Klappenbroschur, 16,90 Euro.

Reiseführer Peloponnes

Geschrieben am 27. 02. 2014 von Birgit Warnhold

Monemvasia Peloponnes Reiseführer PeloponnesEinmal war ich auf dem Peloponnes. Das liegt inzwischen ein paar Jahre zurück, aber ich kann mich gut erinnern an die schöne Landschaft, das eindrucksvolle Olympia, das einladende Meer und den Stolz der Reiseführerin auf das heimische Olivenöl. Sie hat uns damals erzählt, dass das griechische Olivenöl so gut sei, weil es nicht industriell gefertigt, sondern in relativ kleinen Produktionsbetrieben gewonnen wird. Bis heute schwöre ich auf griechisches Olivenöl, und das, was ich in Nicole Quints „Lesereise Peloponnes“ jetzt dazu gelesen habe, bestätigt mich in meiner Vorliebe.

Schnarchende Nonnen und spinnende Raupen

Die im Picus Verlag erscheinenden Lesereisen sind atmosphärische Einstimmungen auf Länder oder Regionen. Das ist beim Reiseführer Peloponnes Reisebuch Peloponnes Reiseführer Peloponnesnicht anders. Das Kapitel zur Olivenernte ist nur eins von insgesamt 12, in denen ein facettenreiches Bild von Land und Leuten gezeichnet wird, ohne dass allzu Bekanntes hier ein weiteres Mal als Entdeckung gefeiert wird. Vielmehr geht es um schnarchende Nonnen, Morpheus, der die falschen Träume ausliefert, um Anekdoten und Mythen und darum, dass auf dem Peloponnes Ende des 19. Jahrhunderts mit Hilfe von Seidenraupen Seide im Wert von durchschnittlich sechs Millionen Drachmen produziert wurde. Aber natürlich kommen auch bekannte Städte wie Monemvasia (Foto oben) und die bereits erwähnte Olivenernte (Foto unten) vor.

Die Liebe zum Gegenstand prägt den Reiseführer Peloponnes

Nicole Quint erzählt in ihrem Reiseführer Peloponnes auch von anderen Reiseschriftstellern, die vor ihr ihre Liebe zu Griechenland entdeckt haben und auf deren Spuren sie nun die antiken Stätten der Halbinsel besucht. Was mir an dieser Lesereise besonders gut gefällt, ist – neben den sympathischen Geschichten – der unterhaltsame und warmherzige Erzählton, der die Liebe zum Gegenstand stärker dokumentiert, als jedes Bekenntnis das könnte.

Nicole Quint: Lesereise Peloponnes. Alexis Sorbas und der getürkte Grieche. Picus Verlag, Wien. 132 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 14,90 Euro. Als E-Book (epub-Format) 11,99 Euro
Olivenernte Peloponnes Reiseführer Peloponnes

Mallorca-Reiseführer mit App

Geschrieben am 21. 02. 2014 von Birgit Warnhold

Cap Formentor Mallorca Reiseführer mit AppPink ist für Reiseführer eine gewagte Farbe. Männer jedenfalls, das hat ein Testlauf ergeben, reagieren auf den neuen, knalligen Mallorca-Reiseführer aus dem Kunth Verlag irritiert – vor allem, wenn man die Titel-Banderole abgenommen hat und nur noch Pink zu sehen ist. Ein Band, der aussieht wie das Tagebuch einer 13-Jährigen, verträgt sich nicht mit dem männlichen Reisemythos von Freiheit und Abenteuer. Mir ist das egal, ich finde den „InGuide Mallorca“ gut, schon vom Handling her.

Er ist gemacht wie ein Moleskine und liegt mit seinem Format (11,5 x 16,6 cm) und seinem Softtouch-Einband gut in der Hand. Auch das Leseband und die Seiten für eigene Notizen finde ich praktisch. Für seine Maße zeigt dieser Mallorca-Reiseführer relativ große Fotos und weckt damit – natürlich – sofortinguide mallorca Mallorca Reiseführer mit App die Reiselust. Auch auf kleinem Raum wird deutlich, was für ein schönes Eiland die größte der balearischen Inseln ist. Cap Formentor im Norden (Foto), die eindrucksvolle Serra Tramuntana mit dem Kloster Lluc, die reiche Pflanzenwelt, die schönen Strände, der Klosterberg Randa, die hübschen Orte wie Pollenca, Alcudia, Valldemossa und Deià, das quicklebendige Palma.

Der Mallorca-Reiseführer von Kunth ist nach Regionen gegliedert, die in Text und Bild porträtiert werden. Weitere Informationen zu Restaurants, Hotels, Einkaufs- sowie Sportmöglichkeiten sowie wichtige Adressen und weitere Hinweise finden sich in einem Extra-Kapitel. Eine Karte zum Herausnehmen enthält der Mallorca-Reiseführer auch.

Vor allen Dingen aber gehört eine App dazu, die man ohne weitere Kosten herunterladen kann. Auch sie informiert über Highlights, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten, Touren und was man sonst noch unternehmen könnte. Gut finde ich, dass sie bei allen Zielen die Entfernung anzeigt. Und vielleicht versöhnt die praktische Smartphone-Anwendung ja auch mit dem pubertären Pink.

InGuide Mallorca. Mit App für Smartphones. Kunth Verlag, München. 272 Seiten, 14,95 Euro